Darstellungen des Kirchenjahres
1. Dombau
Das Kirchenjahr wird gerne in der Form eines Kreises dargestellt. Es kann auch verglichen werden mit einem Dombau, an dem Jahrhunderte gebaut wurde:
- Der Osterfestkreis ist das Hauptschiff.
- Der Weihnachtsfestkreis ist die Vorhalle.
- DieSeitenschiffe sind die allgemeine Jahreszeit.
- Das Ganze ist umgeben vom Kapellenkranz der Heiligenfeste.
- Der Domplatz ist ein Bild für das Brauchtum, das sich an das Kirchenjahr anlehnt.
In der Mitte des Domes steht ein Kreuz: Alle Festtage – wenngleich sie Teilaspekte in den Blick nehmen - gelten letztlich dem einen Christusereignis, das entweder an heilsgeschichtlichen Ereignissen aus dem Leben Jesu oder im Gedächtnis an das Heilshandeln Gottes in seinen Bekennern und Heiligen entfaltet wird. Und noch eines: Alle Feste haben eine österliche Komponente, selbst der Karfreitag: Die kirchliche Liturgie läßt den nicht aus dem Auge, der auferstanden ist und als Haupt der Kirche zur Rechten des Vaters sitzt. Auch an Marienfesten geht der Gedanke immer wieder von der Mutter auf den Sohn als das Heil der Welt.
2. Spirale
Das Kirchenjahr kann auch als Spirale dargestellt werden. Die Spirale des Kirchenjahres schlängelt sich empor – in den Himmel. Ein Jahr folgt dem nächsten: „Im Kreislauf des Jahres entfaltet sie (die Kirche) das ganze Mysterium Christi von der Menschwerdung und Geburt bis zur Himmelfahrt, zum Pfingsttag und zur Erwartung der seligen Hoffnung und der Ankunft des Herrn.“ (SC 102). Die Feste, die im Kirchenjahr gefeiert werden, bleiben die gleichen. Es liegt am Menschen, immer mehr in das Heilsmysterium hineinzuwachsen, gleichsam die Feste im Kirchenjahr als Aufstieg zur Vollendung zu verstehen. Oder anders gesagt: Im Erinnern des Vergangenen wird die Heilsgeschichte, was Gott durch Christus für uns Menschen getan hat, gegenwärtig. In diese Heilsgeschichte ist die feiernde Gemeinde, die sich als Volk Gottes unterwegs weiß, hineingestellt: „Du läßt uns niemals allein auf unserm Weg und bist immer da für uns. Einst hast du Israel, dein Volk, mit starker Hand durch die weglose Wüste geleitet. Heute führst du deine pilgernde Kirche in der Kraft des Heiligen Geistes. Du bahnst ihr den Weg durch diese Zeit in die ewige Freude deines Reiches durch unseren Herrn Jesus Christus.“ (aus Präfation: „Gott führt die Kirche“) Daraus schöpft die feiernde Gemeinde Kraft und Zuversicht für die Zukunft. Auf jeder Feier liegt daher auch ein Schimmer der Vollendung in Gott:
Er ist der Weg auf dem wir gehen, die Wahrheit, der wir trauen. Er will als Bruder bei uns steht, bis wir im Glanz ihn schauen.
Dem Herrn, der Tag und Jahr geschenkt, der unser Leben trägt und lenkt, sei Dank und Lob gesungen. (Gotteslob Nr. 158)

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